In einem spannenden Schritt plant die Ausstellung „Dialog im Dunkeln“ in Hamburg einen Umzug in ein altes Parkhaus an der Großen Reichenstraße. Dieser Umzug könnte eine entscheidende Wende für die seit Jahren bestehende soziale Einrichtung darstellen, die sich mit einem engagierten Ansatz für Inklusion von Menschen mit Behinderungen einsetzt. Derzeit ist das Dialoghaus am Alten Wandrahm in der Speicherstadt, wo es mehr als 20 Jahre lang einen Anlaufpunkt für etwa 1,5 Millionen Besucher war, dringend sanierungsbedürftig. NDR berichtet, dass die Fraktionen von SPD und Grünen bereits eine Machbarkeitsstudie beantragt haben, um die Optionen für den Umzug zu prüfen. Finanzielle Unterstützung in Höhe von 500.000 Euro aus dem Sanierungsfonds wäre dafür eingeplant.
Die Initiative zum Umzug kommt nicht von ungefähr. Hinter dem Dialoghaus steht die Dialoghaus Hamburg GmbH, die aufgrund von 700.000 Euro an Corona-Krediten und sinkenden Besucherzahlen eine Planinsolvenz in Eigenverwaltung angemeldet hat. Trotz dieser schwierigen Situation sind die 100 Arbeitsplätze im Dialoghaus nicht von der Insolvenz betroffen. Der Gründer Andreas Heinecke kritisierte, dass gemeinnützige Organisationen in der Corona-Krise nur wenig Unterstützung erhalten und forderte, dass gerade in Zeiten wie diesen ein Sozialer Wirkungskredit, ähnlich dem Modell in Großbritannien, ins Leben gerufen wird. Das berichtet die Stern.
Ein Umzug mit Perspektive
Der geplante Umzug könnte nicht nur dem Dialoghaus zugutekommen. Auch der Umbau des Parkhauses in ein Wohnhaus durch eine Genossenschaft könnte durch die Ansiedlung der Ausstellung profitieren. Die Machbarkeitsstudie soll herausfinden, ob der Umzug ins Erdgeschoss des ehemaligen Parkhauses technisch und finanziell machbar ist. Ein positives Ergebnis könnte neue Perspektiven schaffen und den Lebensraum im Viertel bereichern.
Matthias Bartke, Vorsitzender des Ausschusses für Arbeit und Soziales der SPD, äußerte Verständnis für die Schwierigkeiten, mit denen das Dialoghaus konfrontiert ist. Er erkennt die Notwendigkeit von Hilfen für soziale Unternehmen und ist überrascht, dass diese nicht von KfW-gestützten Darlehen profitieren können. Bartke hebt hervor, dass das Dialoghaus ein wichtiger Stützpfeiler für die Inklusion und die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen ist.
Herausforderungen durch die Pandemie
Die Corona-Pandemie hat auch das Dialoghaus hart getroffen. Es hat gefährdet, was über Jahre mit viel Engagement aufgebaut wurde. Geschäftsführer Andreas Heinecke betont, dass mehr als 87 % des jährlichen Umsatzes von 2,7 Millionen Euro selbst erwirtschaftet werden. Der Rest kommt aus Spenden und öffentlicher Förderung. Doch die Schließung der Einrichtung steht im Raum, sollte keine baldige finanzielle Lösung gefunden werden.
Abschließend bleibt zu hoffen, dass die Machbarkeitsstudie des Umzugs positive Ergebnisse liefert, damit das Dialoghaus weiterhin ein Ort des interaktiven Erlebens ohne Licht bleibt und die Inklusion gefördert wird. Der Ausgang des Antrags wird mit Spannung erwartet und könnte möglicherweise den Wendepunkt für das sozial engagierte Unternehmen markieren.