Hamburger Ballett skandaliert: Volpi muss wegen Fehlern gehen!

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Demis Volpi wurde als Intendant des Hamburg Balletts entlassen. Kritiker sehen darin einen Schritt zur Verbesserung des Ensembles.

Demis Volpi wurde als Intendant des Hamburg Balletts entlassen. Kritiker sehen darin einen Schritt zur Verbesserung des Ensembles.
Demis Volpi wurde als Intendant des Hamburg Balletts entlassen. Kritiker sehen darin einen Schritt zur Verbesserung des Ensembles.

Hamburger Ballett skandaliert: Volpi muss wegen Fehlern gehen!

Das Hamburg Ballett steht vor drastischen Veränderungen. Demis Volpi, der erst vor neun Monaten den Posten des Intendanten übernommen hatte, wurde nun entlassen. Diese Entscheidung sorgt nicht nur für Aufsehen, sondern bringt auch Kritik an Kultursenator Carsten Brosda mit sich. „Was für ein Schlamassel!“, mag sich mancher Zuschauer denken. Die Entscheidung fiel auf einer internen Versammlung der Compagnie, wo den Mitgliedern mitgeteilt wurde, dass Volpis Vertrag einvernehmlich aufgelöst wurde, ohne dass es zu einer belastbaren Grundlage für seine Wahl gekommen war, wie Brosda selbst bedauert. Der Aufsichtsrat der Hamburgischen Staatsoper hat der vorzeitigen Vertragsauflösung zugestimmt, nachdem bereits viel Kritik an Volpis Führungsstil laut wurde, und einige Tänzerinnen und Tänzer sogar den Schritt wagten, sich in einem Brandbrief gegen ihn auszusprechen.

Kritik kam nicht nur von Seiten der Tänzer, sondern auch von politischen Akteuren. Marie Kleinert von der Linken zum Beispiel brachte zum Ausdruck, dass diese Situation nicht nur Hamburg einen Imageschaden bringe, sondern eher Kultursenator Brosda das Vertrauen der Compagnie gekostet hat. Auch die AfD forderte eine Erklärung, wie es möglich war, Volpi trotz schwerer Vorwürfe zu berufen. Der neue Kurs unter Volpi stieß bei vielen auf Widerstand, da seine Tätigkeit eher durch ein schlechtes Arbeitsklima und fehlende Transparenz gekennzeichnet war. Vorlagen wie eine Gefährdungsbeurteilung wurden durchgeführt, aber deren Ergebnisse enttäuschten die Beteiligten.

Interimslösungen und die Zukunft des Hamburg Balletts

Was passiert nun mit dem Hamburg Ballett? Lloyd Riggins, Nicolas Hartmann und Gigi Hyatt übernehmen interimistisch die Leitung. Kaja Steffens von der CDU zeigte sich optimistisch und äußerte Vertrauen in die Stärke des Ensembles während der anstehenden Neuausrichtung. Der Aufsichtsrat plant, einen extern moderierten Prozess zur zukünftigen Entwicklung der Compagnie zu organisieren. Diese Bemühungen sind dringend nötig, denn mehr als die Hälfte der Tänzer*innen hatte sich zuvor bereits gegen Volpi ausgesprochen. Auch John Neumeier, der Vorgänger Volpis, äußerte in einem Interview den Wunsch nach einer guten Zusammenarbeit, ging jedoch nicht näher auf die Situation ein.

Ein bedeutsames Projekt, das auf Volpis Tisch lag, war die Uraufführung von „Demian“. Diese wird nun durch „Surrogate Cities“ ersetzt, das die 50. Ballett-Tage Hamburg einläuten soll. Bis zur Klärung der Zukunft und Stabilität der Compagnie wird die Frage wichtig sein, wie es sowohl um die künstlerische Vision als auch um das Arbeitsklima im Ensemble stehen wird.

Kulturmanagement und Herausforderungen

Es zeigt sich, wie wichtig effektives Kulturmanagement in solch komplexen Situationen ist. Der Job des Kulturmanagers erfordert ein gutes Händchen dafür, zwischen kreativen Ansprüchen und strukturellen Notwendigkeiten zu balancieren. Aufgaben wie Fundraising, PR-Arbeit und die Programmplanung stehen hierbei ebenso im Fokus wie die Betreuung der Künstler*innen. Gerade in einem so sensiblen Bereich wie dem Tanz kann eine Quelle von Schwierigkeiten die Kommunikationsschwierigkeiten und die Unsicherheiten im Team sein, die unter einem fragwürdigen Führungsstil leiden.

Ein professionelles Kulturmanagement könnte hier die Weichen neu stellen. Die aktuellen Entwicklungen rund um das Hamburg Ballett sind ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie wichtig es ist, dass in der Kultur nicht nur die Kreativität zählt, sondern auch methodische Herangehensweisen und die Einbindung aller Beteiligten – sei es im kreativen oder im organisatorischen Bereich.

Die nächsten Schritte sind entscheidend. Die Mitglieder des Hamburg Balletts stehen in der Pflicht, mitzuentscheiden, wer an der Spitze stehen wird und welche Vision verfolgt werden soll – beim nächsten Mal hoffentlich mit einer besseren Grundlage. Es bleibt spannend zu verfolgen, wie sich die Situation weiterentwickelt.