In Hamburg sind die Flüchtlingsunterkünfte weiterhin nahezu voll ausgelastet, obwohl die Zahl der Neuankömmlinge tendenziell zurückgeht. In den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 benötigten mehr als 400 neu ankommende Flüchtlinge einen Platz in einer Unterkunft. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum waren es jeweils 200 mehr. Die Gründe für die hohe Auslastung sind vielschichtig: Auslaufende Mietverträge, Schließungen und notwendige Sanierungen von Unterkünften führen dazu, dass in diesem Jahr knapp 900 Plätze wegfallen. Die Linksfraktion kritisiert die Stadt für die Verschleppung von Sanierungen und den Abbau von Plätzen. Die Erstaufnahmeeinrichtung in der Schlachthofstraße bleibt als Reservestandort erhalten und hat aktuell 584 Menschen untergebracht. Insgesamt leben in Hamburg mehr als 42.000 Menschen in öffentlich-rechtlichen Unterkünften. (Für weitere Informationen siehe NDR.)
Seit Ende Februar 2022 suchen viele Menschen Schutz vor dem Krieg in der Ukraine, was zu einem Anstieg der geflüchteten Personen in Hamburg geführt hat. Die Anzahl der Personen, die eine Unterkunft benötigen, übersteigt die verfügbaren Kapazitäten. Um dieser Herausforderung zu begegnen, wurden mehrere Objekte angemietet, die als Interimsstandorte zur kurzfristigen Unterbringung hergerichtet wurden. Diese Maßnahme erfolgt gemäß dem Gesetz zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (SOG). Zu den Interimsstandorten zählen auch kurzfristig angemietete Hotelstandorte. Eine Übersicht über diese Hotelstandorte ist in Form eines PDF-Dokuments verfügbar. Darüber hinaus existieren Karten, die bestehende und geplante Unterkünfte für Flüchtlinge in den einzelnen Bezirken anzeigen, auch wenn diese momentan nicht barrierefrei sind. (Für mehr Details besuchen Sie bitte Hamburg.de.)
Unterstützungsangebote für Flüchtlinge
Um die Integration von Flüchtlingen in Hamburg zu fördern, unternimmt die Stadt seit 2015 große Anstrengungen in der Unterbringung, Versorgung und Integration ankommender Flüchtlinge. In diesem Kontext bietet die Zentrale Information und Beratung für Flüchtlinge gGmbH verschiedene Programme und Beratungsangebote an, die sich an Flüchtlinge, Asylsuchende und Menschen mit ungesichertem Aufenthalt richten. Dazu gehören persönliche Beratungen zu aufenthaltsrechtlichen Fragen sowie Unterstützung in den Bereichen Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Angeboten wie den „Deutschkurse für Flüchtlinge“, in denen Teilnehmer die deutsche Sprache erlernen können, sowie der „Clearingstelle Gesundheitsversorgung Ausländer*innen“, die Unterstützung beim Zugang zu medizinischer Versorgung bietet. Zudem wird Rückkehrberatung angeboten, um eine freiwillige Rückkehr in die Heimatstaaten zu erleichtern. Ein multikulturelles Team berät in mehreren Sprachen, darunter Arabisch, Englisch, Farsi, Russisch, Spanisch und Ukrainisch. (Weitere Informationen sind auf der Webseite Flüchtlingszentrum Hamburg zu finden.)
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Hamburg trotz der Herausforderungen, die durch die hohe Auslastung der Flüchtlingsunterkünfte entstehen, weiterhin bestrebt ist, geflüchteten Menschen Unterstützung und eine Perspektive zu bieten. Die Stadt arbeitet aktiv daran, die Bedingungen für alle Betroffenen zu verbessern und die Integration in die Gesellschaft zu fördern.