Alarm in Hamburg: Polio-Wildviren erstmals seit Jahrzehnten im Abwasser!

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In Hamburg wurden erstmals seit Jahrzehnten Polio-Wildviren im Abwasser nachgewiesen. Gesundheitsbehörde beurteilt Risiko als gering.

In Hamburg wurden erstmals seit Jahrzehnten Polio-Wildviren im Abwasser nachgewiesen. Gesundheitsbehörde beurteilt Risiko als gering.
In Hamburg wurden erstmals seit Jahrzehnten Polio-Wildviren im Abwasser nachgewiesen. Gesundheitsbehörde beurteilt Risiko als gering.

Alarm in Hamburg: Polio-Wildviren erstmals seit Jahrzehnten im Abwasser!

In Hamburg gibt es besorgniserregende Nachrichten: Erstmals seit Jahrzehnten wurden Polio-Wildviren im Abwasser nachgewiesen. Wie die Gesundheitsbehörde am 13. November 2025 mitteilt, wurde die positive Probe bereits im Oktober 2025 entnommen. Die Erreger wurden in einer Sammelprobe aus Hamburg und angrenzenden Bundesländern entdeckt, doch eine genaue Quelle der Virus-Ausscheidung lässt sich momentan nicht feststellen. Dies ist angesichts der Tatsache, dass es in Deutschland dank effektiver Impfkampagnen bislang als weitgehend poliofrei galt, besonders alarmierend. Laut NDR sind die letzten klinischen Fälle aus Deutschland bereits seit 1992 registriert.

Die Gesundheitsbehörden schätzen das Risiko für die Allgemeinbevölkerung als gering ein. Grund dafür sind die insgesamt hohen Impfquoten in Deutschland, wo laut dem Impfmonitoring des Robert Koch-Instituts etwa drei Viertel der Kleinkinder vollständig geimpft sind. Jedoch stellt die Gesundheitsbehörde auch fest, dass es bei ungeimpften Personen nach wie vor ein Risiko gibt, da Polio in seltenen Fällen zu schweren Lähmungen führen kann. Zudem sind Polio-Wildviren weltweit vor allem in Regionen wie Afghanistan und Pakistan verbreitet, wo sie weiterhin eine ernstzunehmende Bedrohung darstellen, weiß Tagesspiegel.

Lehren aus der Vergangenheit

Polio kann gravierende Symptome hervorrufen, wie Fieber, Übelkeit und Muskelbeschwerden, und nicht zuletzt die gefürchtete Kinderlähmung. In Deutschland sorgte Poliomyelitis zuletzt 1990 für nachgewiesene Erkrankungsfälle. Der Nachweis der Wildviren steht in deutlichem Gegensatz zu der Entwicklung der letzten Jahre, in denen immer wieder impfabgeleitete Viren in Abwasserproben gefunden wurden, jedoch kein Wildtyp, der auf akut erkrankte Personen hingewiesen hätte.

Ein Blick auf die Impfquoten zeigt, dass diese im Jahr 2024 in Europa und Zentralasien gesunken sind. Rund 450.000 Babys sind laut der WHO momentan der Gefahr einer Polioerkrankung ausgesetzt. Eine umfassende Überwachung und regelmäßige Impfungen sind daher unerlässlich, um die Errungenschaften der letzten Jahrzehnte nicht wieder zu gefährden. Die Empfehlung der ECDC spricht von einer Impfquote von mindestens 90 Prozent, um eine Herdenimmunität aufrechtzuerhalten. In Deutschland liegt die Quote jedoch bei 93 Prozent, dem niedrigsten Wert seit 2017, was laut Euronews alarmierend ist.

Internationale Verantwortung

Die Bundesregierung plant zudem, ihren Beitrag zur weltweiten Ausrottung von Polio zu halbieren, während die Krankheit keineswegs global besiegt ist. Kritiker, wie die Grünen-Politikerin Paula Piechotta, warnen davor, dass Kürzungen bei der internationalen Krankheitsbekämpfung direkte Auswirkungen auf die Sicherheit in Deutschland haben können. Man müsse den Schutz für die eigenen Kinder sowie für Kinder in betroffenen Ländern ernst nehmen, um die gefährliche Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Während sich die Situation zuspitzt, bleibt zu hoffen, dass die Bevölkerung sich ihrer Verantwortung bewusst wird und Impfungen nicht nur als persönliche Angelegenheit betrachtet, sondern auch als Beitrag zum globalen Gesundheitsschutz. Es liegt an uns allen, dafür zu sorgen, dass die Lehren der Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten.