
Der Museumsbauernhof in Wennerstorf öffnet am Dienstag, den 15. April 2025, die Pforten für die Vorbestellung von Bioland-Jungpflanzen. Dies berichtet die Website des Landkreises Harburg. Eine Vielzahl an Pflanzen, darunter Tomaten, Paprika, Peperoni, Kohl, Salate, Gurken, Kürbisse und Zucchini, wird den Kunden ab dem 2. Mai bis zum 10. Mai zur Abholung zur Verfügung stehen, nachdem ein Termin vereinbart wurde. Die Abholung erfolgt auf dem Museumsbauernhof, der sich in der Lindenstraße 4, Wennerstorf, nahe der A1 befindet.
Das Konzept des Museumsbauernhofes umfasst eine enge Verbindung zwischen ökologischer Landwirtschaft und sozialer Integration. Die Setzlinge werden seit Februar im Gewächshaus von einem engagierten Team, welches auch Menschen mit Behinderung einschließt, aufgezogen. Es wird empfohlen, die Pflanzen erst nach den Eisheiligen ins Freiland zu setzen. Käufer sind gebeten, eigene Transportkisten zur Abholung mitzubringen, da die Bestellung ausschließlich über den Webshop erfolgt und die Abholung durch eine Terminbuchung koordiniert wird.
Ökologische Landwirtschaft und soziale Integration
Der Museumsbauernhof wird von der Stiftung Freilichtmuseum am Kiekeberg getragen und hat sich zum Ziel gesetzt, ökologische Landwirtschaft mit musealer Arbeit sowie inklusiven Projekten zu vereinen. Diese Initiative hat historische Wurzeln, die bis in die Mitte der 1980er Jahre zurückreicht, als der landwirtschaftliche Familienbetrieb Bock in Wennerstorf sein Ende fand. Im Jahr 1987 erwarb der Landkreis Harburg den Smedtshof für das Freilichtmuseum am Kiekeberg.
Ein bedeutender Schritt in der Entwicklung war die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft im Jahr 2000, wodurch die Produkte seither unter dem Bioland-Siegel verkauft werden dürfen. Im Jahr 2008 wurde der Ökologiehof in Museumsbauernhof umbenannt und setzt seither auf ein Konzept, das Museum, Landwirtschaft und sozialintegrative Arbeit vereint. Insgesamt arbeiten 16 Menschen mit Behinderung auf dem Hof, die nicht nur Pflanzen aufziehen, sondern auch Gemüse zu haltbaren Produkten verarbeiten.
Soziale Landwirtschaft als Chance
Im Kontext der sozialen Landwirtschaft, die auch in der Berichterstattung von Parität BW hervorgehoben wird, schöpfen in der Gemeinschaft angelegte Betriebe Potenziale, die sowohl dem Einzelnen als auch landwirtschaftlichen Höfen und sozialen Trägern zugutekommen. Daniel Peipp, Lehrbeauftragter für Soziale Landwirtschaft, beschreibt dieses Konzept als eine Verbindung von landwirtschaftlichen, sozialen, gesundheitlichen und edukativen Zielen.
Die soziale Landwirtschaft hat das Potenzial, die lokale Ökonomie zu stärken und zur regionalen Versorgung mit ökologisch erzeugten Produkten beizutragen. Auch die Herausforderungen in der Mobilität im ländlichen Raum und die Notwendigkeit angemessener Bezahlung in der Landwirtschaft sind zentrale Themen. Veranstaltung und Projekte zeigen eine Vielfalt an Modellen auf, wie soziale Träger Landwirtschaft betreiben und damit einen sozialen Mehrwert schaffen können.
Der Museumsbauernhof in Wennerstorf als Teil dieser Initiative lehnt sich an die Vision an, ökologische Nachhaltigkeit mit sozialer Verantwortung zu verbinden. Weitere Informationen sind unter museumsbauernhof.de zu finden.