
Im Schatten geopolitischer Krisen und einer sich wandelnden wirtschaftlichen Landschaft wird die Schifffahrtsindustrie vor enorme Herausforderungen gestellt. Dr. Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer des Verbands deutscher Reeder, diskutiert diese Themen im Rahmen der kommenden Folge des Hamburger Hafenkonzerts am 6. April 2025. Die Sendung, die bis zum 13. April 2025 verfügbar ist, beleuchtet die vielschichtigen Aspekte, mit denen deutsche Reeder aktuell konfrontiert sind, von geopolitischen Spannungen bis hin zu den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Branche. Das Hamburger Hafenkonzert wird von Kerstin von Stürmer und Dietrich Lehmann moderiert und umfasst eine Spielzeit von 72 Minuten.
Die Reedereiwirtschaft hat sich über die letzten 100 Jahre erheblich entwickelt, und über 200 Unternehmen in Deutschland sind im Verband Deutscher Reeder organisiert. Dr. Kröger, der in Hamburg verwurzelt und vom Juristen zum maritimen Manager aufgestiegen ist, thematisiert die geopolitischen Krisen, die sich besonders im Roten Meer und der Straße von Taiwan abzeichnen. Diese Konflikte beeinflussen nicht nur den Wettbewerb unter großen Reedereien wie MSC und Hapag-Lloyd, sondern auch die mittelständischen Betriebe, die auf dem Markt bestehen müssen.
Herausforderungen der Branche
Die PwC-Reederstudie 2024 zeigt, dass über 80% der deutschen Reedereien von den Auswirkungen von Handelskriegen, Embargos und kriegerischen Auseinandersetzungen betroffen sind. Diese Entwicklungen führen zu längeren Transportwegen und höheren Kosten, während jedes zweite Unternehmen mit einem drohenden Personalmangel rechnet. Dennoch sind viele Optimisten, da sie die Herausforderungen als Chancen zur Weiterentwicklung ansehen.
Die Bürokratie und höhere Berichtspflichten erschweren zudem die Unternehmensführung. Die Schifffahrt sieht sich auch durch das Emissionshandelssystem unter Druck gesetzt. Während der Druck zur Dekarbonisierung steigt, ist die Erneuerung der Flotten und der Einsatz neuer Antriebstechnologien unabdingbar geworden. Recyclingprogramme für Schiffe, insbesondere in Indien und der Türkei, werden ebenfalls als notwendig erachtet, um internationale Umweltstandards zu erfüllen.
Sicherheitsfragen und Risikoanalyse
Internationale Sicherheitsrisiken stellen eine erhebliche Bedrohung dar. Die jüngsten Berichte darüber, dass GPS-Störungen und der Anstieg von Shadow Flotten zunehmen, sind alarmierend. Geopolitische Spannungen und Cyberangriffe haben die Sicherheit auf See beeinträchtigt. Seit dem Ausbruch von COVID-19 zeigen Studien, dass Cyberangriffe auf den maritimen Sektor um 400% gestiegen sind, was die gesamte Branche unter Druck setzt.
Die Sicherheitslage wird durch Aussetzungen von Besatzungswechseln, Verzögerungen bei Wartungsarbeiten und zeitlich verschobene gesetzlich vorgeschriebene Inspektionen gefährdet. Diese Faktoren könnten zu einem Anstieg menschlicher Fehler und damit zu potenziellen Unfällen führen. Laut einer Analyse von AGCS hat sich die Zahl der Totalschäden weltweit im Vergleich zu den Vorjahren verringert, doch die wirtschaftlichen Bedingungen drohen einen Rückschlag zu verursachen.
Insgesamt müssen die Verantwortlichen in der Schifffahrtsbranche kreative Lösungen finden, um diesen Herausforderungen zu begegnen und gleichzeitig den Klimaschutz im Auge zu behalten. Die kommenden Diskussionen im Hamburger Hafenkonzert könnten entscheidende Impulse für die Branche geben, um langfristige Strategien zu entwickeln.
Für weitere Informationen zur Sendung und den Hintergründen besuchen Sie bitte ndr.de, auf der auch Aspekte der Reederstudie und seeschifffahrtsbezogene Herausforderungen detailliert behandelt werden, wie von PwC berichtet und die geopolitischen Risiken umfassend beleuchtet werden, wie in RiskNet analysiert.